24.9.06

Zurück am Anfang…



24. September. Malmö. So – das ist wohl unser letzter Bericht aus dem hohen Norden, denn wir sind gar nicht mehr so hoch im Norden… Unsere Reise neigt sich dem Ende zu. Rundreise beendet. Malmö. Die schwedische Gasflasche verkaufen, den letzten ICA (Schwedens omnipräsente Einkaufskette von Stockholm über Jokkmokk bis Gräddede…) besuchen, letzte Einkäufe tätigen. Abschied nehmen. Anschliessend geht’s definitiv südwärts. Wir wollen noch ein wenig von Norddeutschland sehen: Die Schifffahrtsambiente von Cuxhaven und Bremerhaven.


Am ersten Oktober werden wir in Worben eintrudeln und uns zwei Tage später wieder von unserem Gefährt – das uns in den vergangenen Wochen das «Zuhause» geworden ist – trennen…

Ein aussergewöhnliches Märchen geht zu Ende. Und wenn sie nicht verzaubert werden, dann reisen sie bald wieder…

Danke für Eure treuen Besuche auf dieser Site, Eure Kommentare, Mails, SMS, die wir immer mit Freude und Genuss gelesen haben! Sorry, wenn wir nicht alle Messages umgehend oder überhaupt beantwortet haben!

Tack så mycket!

PS: Sobald wir zuhause ausgepackt, gewaschen, alles etwas verdaut und den ersten feinen italienischen Espresso getrunken haben – auf den wir uns so sehr freuen – werden wir diese Berichtchen auf unsere Website www.kaesermann.info zügeln und sie mit Tipps, Topps und Flopps ergänzen.

«Universum» Museum



22. September. Göteborg. Letzten Donnerstag gingen wir ins Universum. Das Universum ist ein Museum mit zwei Teilen. Im ersten Teil ging es um Fische, Regenwald und Schlangen. Im zweiten Teil um Sport, den Körper, das Weltall und den Verkehr. Im Universum ging man zuerst mit einem Bähnlein hinauf zu den Fischen. Dort hatte es erst kleine Fische in kleinen Aquarien (etwa 2 mal 2 Meter). Danach kamen immer grössere Fische in grösseren Aquarien, bis zu mittelgrossen Haien, etwa 4 m lang, in einem riesengrossen Aquarium, das etwa so gross war wie eine ganze Wohnung. Danach gingen wir durch den Regenwald in den zweiten Teil des Museums.



Im zweiten Teil des Museums hatte es zwei grosse Räume. Im ersten Raum ging es um Sport und Verkehr. Dort hatte es Simulatoren von einem Motorrad und zwei Autos. Weiter konnte man sich in verschiedenen Sportarten messen, beispielsweise bei Schnelllauf, Torhüter, Rudern und Kanufahren. Im hinteren Teil des Raumes befanden sich zwei Autos und ein halber Lastwagen. Später sind wir in den oberen Raum gegangen. Dort ging es um den menschlichen Körper und das Weltall.
Am spannendsten und schönsten fand ich den Regenwald und das Haie-Aquarium.

von Rafael

Liseberg








22. September. Göteborg. Wir gingen in einen Vergnügungspark und der hiess «Liseberg». Mama und Papa kauften mir einen Tagespass. Mit dem Tagespass durfte ich auf alle Bahnen gehen, soviel ich wollte.


Ich ging auf die «Balder»-Bahn – eine riesige, rasende Achterbahn aus Holz; auf die «Kanonen» – eine Bahn mit Schrauben und Loopings; auf die «Lisebergbanan» – eine Bahn, wo du denkst, es sei ein mieses Tschutschu-Bähnchen (…) und auf den «Circus-Expressen» – eine Bahn, die nur eine Acht dreht und, was mich erstaunte, schon dort Leute kreischten… Ich ging noch auf andere verschiedene lustige Sachen wie Autokreisel, Putschautobahn, Einbaum-Wasserbahn und «Kållerado» – eine Wildwasser-Bahn. Dort wurden wir ziemlich nass! Um 22 Uhr ging der Park zu. Danach hatten wir alle Hunger und Durst. Vorher assen wir ja nicht viel, wir hatten etwas Angst, dass wir das Essen «rückwärts kauen» würden… Darum gingen wir noch in den McDonald. Um Mitternacht gingen wir dann zu Bett. Als Erinnerung an diesen Tag, auf den ich so lange gewartet habe, kaufte ich mir grün-rosa Aufsteckohren. So sehe ich nun aus wie das «Liseberg»-Häschen… von Michelle

Zurück in der Grossstadt


22. September. Göteborg. Das letzte Abenteuer unserer Reise? Wir stürzen uns so richtig in die Grosstadt-Atmosphäre. Für uns zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig: Völlig naiv geben wir unserem GPS die Strasse der Touristeninfo ein (eine Fussgängerzone), damit wir direkt hingelotst werden. Tja – was uns erst etwas später bewusst wird: unser Gefährt ist in der Stadt wirklich ungelenker als in der Prärie… dass man vielleicht nicht gerade direkt vor jedem Haus parkieren kann. In Bern kann man ja auch nicht einfach so vor dem «Du Théatre» anhalten... Wir finden trotzdem mit Glück einen Parkplatz und erhalten nicht mal eine Busse. Im Innern der Stadt werden wir anfangs fast überrumpelt, nicht vom Verkehr, sondern von den Menschen. Wir sind uns das nicht mehr gewöhnt.

Wir können nur staunen… Dieses Tempo. Diese Mode. Diese geschminkten Gesichter. Diese Schaufenster. Diese Einkaufsquartiere… Trotzdem freuen wir uns auf die kommenden Tage. Wir lösen für 48 Stunden einen «Göteborgpass», mit welchem wir freie Fahrt auf allen öffentlichen Verkehrsmitteln, freien Eintritt in alle Museen und den Liseberg haben. Wir stürzen uns ins Abenteuer.

Vom Siljansee und den Schären der Westküste





19. September. Marstrand. Wir verbringen schöne Tage in Mora, geniessen sie, können uns aber nicht mehr so recht von diesem lieblichen Mittelschweden rund um den Siljansee begeistern lassen. Gar ordentlich scheint es uns, «gepützerlet», und sehr nah liegen die einzelnen Dörfer beieinander. Wir kommen uns vor, wie in der heilen Welt Astrid Lindgrens… Vielleicht wäre der Eindruck von diesem Bezirk – Dalarna – anders gewesen, wenn wir diese Gegend am Anfang unserer Reise besucht hätten.




Nun ja – wir suchen uns ein anderes Ziel und finden es auch: Wir fahren in die Schärenwelt an der Westküste nördlich von Göteborg. Dies entspricht uns mehr und wir lassen uns nochmals verzaubern: karge Inseln ragen aus dem rauhen Meer, bedeckt mit Erika und weissem Moos, soweit das Auge reicht. An Buchten und schönen Landzungen befinden sich malerische Fischerdörfer, die allerdings heute ausschliesslich von Touristen bewohnt werden. In der Nachsaison, die nun ganz deutlich herrscht, pulsiert das Leben nicht mehr, so dass es sehr ruhig auf uns wirkt, um nicht zu sagen ausgestorben…

Wir geniessen diese Tage, die Kinder mit Erklettern vieler Schärenklippen, Daniel und ich mit langen Spaziergängen...

13.9.06

Kontraste






12. September. Mora. Mit der Fährpassage von den Lofoten nach Bodø an die norwegische Küste kehren wir dem rauen, naturgewaltigen, kargen aber ruhigen Norden den Rücken. Aufbruch. Weil sich der Abfahrtstag – und die drei folgenden Tage auch – grau und mit leichtem Nieselregen präsentieren, entscheiden wir uns für Reise- Schulunterrichts- und Spieltage mit dem Etappenziel Trondheim und schliesslich wieder Schweden.

Nach sechshundert Kilometern Autofahrt in Trondheim angelangt, freuen wir uns auf den ausgedehnten Stadtbummel. Die Ankunft in der Zivilisation kommt abrupt: Hier muss man Parkplätze suchen! Ach ja, und dazu gehört ja auch noch das Füttern der Parksäulen… Wie schnell man doch solche Manieren vergessen kann… Die Geräuschkulisse ist durch Autobrummen statt durch das Krächzen der Seemöwen geprägt… Der typische Hafengeruch, ein Gemisch von Meersalz, Schmieröl und zu flickenden Fischnetzen ist weg… Und beim Anstehen in einem rot-gelben Fastfood-Lokal wird mir bewusst, wie unsere Outdoor-Kleider, Trekkingschuhe und mein Mehrtagebart auffallen… Trondheim gefällt uns. Eine schöne, gepflegte Stadt, die zum Verweilen einlädt. Aber irgendwie kommen wir uns – nach dem Hohen Norden – trotzdem wie «im falschen Film» vor…

Wir fahren weiter, Richtung schwedischer Grenze. Die Fjäll-Landschaft nach dem Abzweigen von der «E6» – der norwegischen Nord-Süd-Strasse schlechthin – kommt uns wie ein erneutes Abtauchen in die unberührte Natur vor: Fichten und hellgraue Moosteppiche soweit das Auge reicht…

Zum Übernachten suchen wir uns nochmals ein ruhiger Platz im Wald an einem See wie bei Winnetou und Co. (nun wieder mit Sonnenuntergang…); für das Lagerfeuer wird Holz mit dem Boot geholt und ein Sprung ins kalte Nass ersetzt die warme Dusche.


Mit dem Aufenthalt am Siljan-See und dem Provinzort Mora gewöhnen wir uns nun endgültig, aber etwas gemächlicher an den dichterbesiedelten Süden und dessen Gebräuche…