4.8.06

Draisinenfahrt


1. August, Arvidsjaur. In einem Laden beim Bahnhof konnten wir zwei Draisinen mieten. Die Frau im Laden sprach nur samisch und schwedisch. Darum haben wir uns mit Zeichnungen verständigt. Mit der Hand zeigte sie uns, wo wir die abgestellten Draisinen finden sollten und die Richtung, in welcher wir fahren dürften. Was machen wir, wenn ein Zug kommt? fragten wir uns. Die Strecke Arvidsjaur – Skelleftea sei stillgelegt, beruhigte uns der Bahnangestellte. Eine Draisine ist ein Fahrrad mit drei Rädern aus Metall. Sie fährt auf Eisenbahnschienen und kann auch entgleisen… Papa und ich wollten mit einer solchen Draisine zu unserem Camper fahren, dazu mussten wir auf den Bahnhof, wo es Weichen hatte. Wir wollten darüber fahren, aber die Draisine schaffte es nicht – wir entgleisten und mich spickte es auf den Boden. Schliesslich starteten wir alle vier in die andere Richtung. Es ging auf der stillgelegten Zugstrecke durch die Wildnis flach aber manchmal auch bergauf, was uns ziemlich ins Schwitzen brachte. Trotz dem Quietschen, welches unser Gefährt verursachte, konnten wir Rentiere beobachten. Nach etwa zehn Kilometern waren wir müde und hatten Hunger. Danach drehten wir die Draisinen um und pedalten zurück. Weil wir so heiss hatten, kühlten wir uns unterwegs in einem einsamen See ab. Als wir von unserem Fährtlein zurückkamen, sahen wir noch einmal zwei Rentiere. Wir konnten uns sehr nahe an sie heranschleichen. So konnte ich sie in Ruhe fotografieren.

Am Abend feuerten Michelle und ich noch ein paar Frauenfürze ab.


2. August. Heute fahren wir knapp über den Polarkreis nach Jokkmokk. Ich freue mich schon auf morgen, weil ich dann elf Jahre alt werde!

von Rafael und Daniel