Eisenerz-Bergwerk

9. August, Kiruna. Heute Mittag erreichen wir Kiruna, die nördlichste Stadt in Schweden. Unser Camper war ziemlich Ebbe, also müssen wir in der Stadt angekommen, als erstes auftanken. 73 Liter – und ich dachte, unser Tank fasse nur 70…
Nachdem auch unsere Mägen aufgetankt sind, fahren wir zur Touristeninformation, da wir in Kiruna unbedingt einer Führung im Bergwerk folgen wollen. Kurz vor 14 Uhr parkieren wir, und im Touristenzentrum angekommen, erfahren wir, dass ein paar Minuten eine Führung starte. Während der Chauffeur den Motor startet suchen wir noch warme Kleider zusammen und schon sitzen wir im Car, der uns ins Bergwerk bringt. 540m unter Tage hält der Car an. Eine Führerin zeigt uns in einer Grube, wie dort gearbeitet wird und wie die ganze Arbeit im Bergwerk vor über 100 Jahren begonnen hat. Weiter erzählt sie uns, dass die Bürger von Kiruna in den nächsten Jahren ganze Teile der Stadt verschieben müssen, da sonst Einsturzgefahr drohe. Aber das Bergwerk ist wirtschaftlich so wichtig und ertragreich, was eine solche Verschiebung der Stadt notwenig macht. Nach drei Stunden erblicken wir wieder das Tageslicht, mit einem Kopf voller Eindrücken… Erlebenswert! Die Schweden verstehen es wirklich, Museen gekonnt zu gestalten oder Themen multimedial aufzubereiten!
Nachdem wir den Camping auf Anhieb verpassen, landen wir bei einer Skiliftstation. Der kurze Fusstrip auf den Luokkavaara – den Berg des stillgelegten Erzbergwerks von Kiruna und Skihang mit drei Liften und Scheinwerfern für die kurzen Wintertage – wird uns durch eine herrliche Weitsicht über die Stadt und die Weiten des Wald- und Steppenlands belohnt. Ein ungewöhnlicher Anblick, nachdem wir uns in letzter Zeit immer IM Wald bewegt haben…
Mit Kiruna verlassen wir in Kürze Schweden in Richtung Norwegen, freuen uns auf Neues – die Finnmark und die Tundra, damit der nördlichste und wenigst besiedeltste Teil unserer Reise. In diesen Gegenden werden auch die Campingplätze und somit die Internetanschlüsse rarer werden. Darum wird es nun vielleicht bis zum nächsten Beitrag etwas dauern.

Schweden mit seinen beinahe endlosen Wäldern hat uns sehr gefallen und wir haben das Gefühl, wir hätten noch viel mehr sehen können – aber dafür fehlt uns die Zeit! Fast ein bisschen unverschämt, so etwas auch nur zu denken, aber die eindrücklichen Kilometerzahlen auf den Wegweisern mahnen…



