25.7.06

Vilhelmina und der 3000ste Kilometer

24. Juli. Der 3000ste Kilometer ist gefahren… Und wo befinden wir uns? Noch lange nicht am Nordkap, noch nicht mal über dem Polarkreis, aber immerhin bereits in Südlappland! Die Landschaft hat sich verändert, sie ist karger und eintöniger geworden. Aber nicht langweiliger. Die Dörfer liegen weiter auseinander, zwischen den Dörfern Wald, Wald und noch einmal Wald, zum Teil sogar zwischen den einzelnen Häusern. Und zur Abwechslung ein See. Schön ist es da. Trotz aller Einsamkeit sieht es hier nach wie vor lieblich und anziehend, einladend aus. Wir geniessen es…

Wildnis


23. Juli. Endlich! Ein Plätzchen in der Wildnis, wie wir, vor allem die Kinder, es sich schon von daheim aus erträumt haben. Nur wir, im Irgendwo, in der freien Natur am Wasser, mit Hängematte. Ein traumhaftes Plätzchen finden wir auf dem Weg nach dem südlichen Lappland, wo sich Seen mit Wald und Wald mit Seen abwechseln. Ganz indianerhaft gehen wir holzen. Daniel zerlegt einen Baum, eine Birke, die von einem Biber gefällt wurde. Rafael schleppt mit dem Kanadier das Holz zu unserem Platz. Anschliessend wird Feuer gemacht, wir stellen das Dreibein auf, und Michelle kocht über dem Feuer Teigwaren – das nicht ganz so indianerhaft...


Wir sind deutlich nördlicher als auch schon, so merken wir nicht, wie spät es ist. Abendbrot ist um 22.00 Uhr fertig gegessen, es wird bis fast Mitternacht ohne Licht gejasst – wir erkennen die Karten noch – und um Mitternacht hält Daniel den Kindern eine Zündholzschachtel hin, und sie können den Text darauf lesen… Trotzdem Zeit, die müden Gemüter schlafen zu legen. Um 03.30 Uhr ist wieder Sonnenaufgang…

Hedesunda


20. Juli. Schweren Herzens nehmen wir Abschied von der lieblich schönen Schärenwelt. Mit der Absicht, nun nordwärts zu ziehen, starten wir. Und tauchen sogleich in eine neue malerische Vegetationszone ein – das Hochmoor. Weit sind wir nicht gekommen, ungefähr 40 Kilometer südlich von Gävle sind wir bereits wieder steckengeblieben, im Hochmoor rund um Sandviken.
In diesem flachen Seengebiet baden wir bei hoch sommerlichen 28 Grad am Schatten. Rafael packt sofort Kanadier und Angelzeug. Anbeissen will zu seinem Leid aber wieder nichts. Er schreibt das der rotbraunen Wasserfarbe des Moorsees zu. Unterwegs begegnen wir paddelnd einem Saunafloss – ein schwimmendes Häuschen mit einem Holzofen und einem Tisch, als Ruheraum. Idyllisch. Die Temperaturen sind aber deutlich zu heiss, dass uns wirklich gelüsten würde…

Hier ist Peter Linke, Kristinas Vater geboren und aufgewachsen. Nun können wir es uns lebhaft vorstellen, wie er uns immer erzählte: Den Sommer soll er im und auf dem See mit Rudern und Baden vebracht haben, den Winter auf dem See – zuerst mit Schlittschuhen, dann mit Langlaufskiern.

Zum ersten Mal brauchen wir hier «Djungelolja», offenbar d a s Mückenmittel (mit Giftklasse 3) – nur Daniel darf das benützen; bei den Kindern lege ich das Veto ein. Trotzdem fragt sich Daniel, was wohl eher kaputt gehe, seine Haut oder die Mücken – sie kommen immer noch, und zwar zu ihm...

Übrigens: Hedesunda spricht sich wie man es schreibt. Denken wir. Peter Linke hilft uns präzisierend: Hedesünda. Wobei auf dem n von ün verweilt wird, um das Wort dann mit einem kurzen, fast nicht ausgesprochenen a von da abzuschliessen... Eben: Hedesunda